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Katholische Pfarrkirche St. Clemens Wesuwe - Ein Kirchenführer







Ein Kirchenführer



Sie betreten ein Gotteshaus, das über Jahrhunderte gebaut und erweitert wurde und heute wie früher Ausdruck eines lebendigen Glaubens ist. Die Kirche Wesuwe wurde wahrscheinlich im 8. Jahrhundert als Eigenkirche zum Hofe Wesuwe gegründet. Eigenkirchen finden im Corveyer Klosterarchiv keine Erwähnung. Das Kirchspiel erstreckte sich linksemsisch von Versen im Süden bis Steinbild im Norden. Urkundlich wird die Kirche 1178 erstmals als Pfarrstelle erwähnt. Abgepfarrt wurden die Kirchengemeinden Landegge, Haren, Altharen, Rütenbrock,Fehndorf, Hemsen und Versen.







Der Hl. Clemens ist der Patron der Pfarrkirche.
Er war einer der ersten Päpste. Die Figur ist mit
einem Hirtenstab, mit dem bischöflichen Gewand,
der Mitra und mit der Tiara, der Papstkrone,
dargestellt. Der Anker zu seinen Füßen weist auf
seinen Märtyrertod hin.










Der Taufstein ist um 1200 aus Bentheimer Sandstein hergestellt worden.
Das Taufbecken ruht auf vier unterschiedlichen Löwendarstellungen Symbol für Christus. Des weiteren ist auf dem Taufbecken eine Holz-statue Johannes des Täufers zu sehen, der symbolisch die Taufmuschel in der rechten Hand hält.











Baugeschichte und Ausstattung




1509 - 1510
Im Jahre 1509 wird die Kirche erweitert. Die Nordwand der vorhandenen Kirche wird abgerissen und um ca. 5 Meter weiter nach Norden versetzt, dadurch verdoppelt sich die Breite der Kirche. Auch die Ostwand einschließlich des kleinen Chorraumes wurde abgerissen. Dann verlängerte man das Gebäude um ca. 12 Meter. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch ein neuer Chorraum an der Ostseite und eine Sakristei an der Nordseite der Kirche errichtet. Diese neue Kirche war damit etwa 10 Meter breit und fast 30 Meter lang und mit einem Tonnengewölbe überspannt. Die neu errichteten Wände besaßen für die Konstruktion des Tonnengewölbes nicht genügend Tragkraft, so dass die Wände nach außen weggedrückt wurden.




1510 wurde der Grundstein des Turmes gelegt,
um den hölzernen Glockenturm zu ersetzen. Die
Turminschrift lautet:
„In deme jar unsers hern da wi s c r e f f M I I I I I hundert ten da wart lecht de erste Sten“.





1892 - 1893
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Bausubstanz durch eindringendes Regenwasser so geschwächt, dass sie dem Druck der Dachkonstruktion nicht mehr standhielt und bei Ausbesserungsarbeiten schließlich einstürzte. Viele baufällige Kirchen im Emsland wurden zu der Zeit abgerissen und durch Kirchen im romanischen oder neugotischen Stil ersetzt. In Wesuwe entschied man sich unter der Regie von Pfarrer Nölker dazu, die vorhandenen Außenwände der alten Kirche durch Strebepfeiler zu verstärken, das Mauerwerk zu verblenden und die Kirche zu vergrößern, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Wenn man die Kirche von Außen betrachtet, kann man nicht erkennen, dass das 47 Meter lange Gebäude aus einem Altbau und zwei Anbauten aus dem 16. und 19. Jahrhundert besteht.






Die Kanzel wurde 1895 in Osnabrück gefertigt. Der auferstandene Christus wird umrahmt von den Symbolfiguren der vier Evangelisten Matthäus (Engel), Markus (Löwe), Lukas (Stier) und Johannes (Adler) sowie als Besonderheit den
vier römischen Kirchenlehrern Gregorius, Augustinus, Hieronymus und Ambrosius.











Bis 1962 wurden an der Kirche nur notwendige Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. 1962 wurde das gesamte Kirchengebäude restauriert und runderneuert. Auf  Drängen des Generalvikariates fiel der Hochaltar dieser Runderneuerung zum Opfer. Die Seitenaltäre, die Beichtstühle und die Kanzel
konnten durch den hartnäckigen Widerstand des Kirchenvorstandes gerettet werden.


2002- 2005
Nachdem die Außenmauern 2002 instand gesetzt waren, konnte im Jahr 2005 mit der Innenrenovierung begonnen und diese im gleichem Jahr zum Abschluss gebracht werden. Es ist gelungen Altes und Neues
miteinander zu verbinden. Bei der Neugestaltung der Kirche wurden die drei sakralen Orte - der Zelebrationsaltar, der Ambo und der Tabernakel vom Bildhauer Heinrich Schreiber aus Ibbenbürener
Sandstein neu gestaltet. Es wurde ein Sandstein- und Holzboden verlegt und die Kirche bekam eine neue
farbliche Gestaltung.






Der achteckige Zelebrationsaltar zeigt die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen - Durstige tränken - Fremde beherbergen Kranke besuchen - Nackte kleiden - Gefangene
befreien - Tote bestatten.

In der achten Fläche sind die Reliquien der Märtyrer Placidus und Prosper eingelassen.
In der 2005 neu gefertigten Tabernakelstele wurden die beiden Leuchterengel, der Tabernakel und zwei Reliefe des ehemaligen Hochaltares eingearbeitet. Die Vorderfront ziert das Kölner Weltjugendtagssymbol.






Weitere Besonderheiten in unserer Kirche:
- Ewiglicht als Schiff zwischen Altar und Tabernakel
- Ambo mit Darstellung des Hl. Christopherus (2005)
- Statuen: Der gute Hirte und Maria Königin des Weltalls
- Chorgestühl, Missionskreuz und Beichtstühle (19. Jh.)
- Bilder im Chorraum: Krönung Mariens und Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor
- figurenreiche Verglasung im Chorraum
- Seitenaltäre
   Marienaltar mit Maria als Himmelskönigin
   Josefsaltar mit der Hl. Familie und dem Tod Josefs
- Vier Grabplatten im Quergang
- Passionsmadonna der Immerwährenden Hilfe
- neugotischer Kronleuchter aus dem 19. Jahrhundert
- Aschendorfer Tor aus der Reformationszeit - bis ins 18. Jahrhundert der einzige Zugang zur Kirche.